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Aufgabe: Lies zuerst, was eine Fabel ausmacht. Lies dann den Originaltext einer echten Lessing-Fabel und beantworte Fragen zu Handlung, Pointe und Moral (Aufgabe 1). In einer zweiten Fabel markierst du danach, an welchen Stellen erkennbar ist, dass sie als Dialog aufgebaut ist (Aufgabe 2).
In Fabeln haben Tiere oder Pflanzen menschliche Eigenschaften und handeln wie Menschen. Die Texte sind kurz und haben eine offene, überraschende Pointe. Deshalb eignen sie sich gut, um der Leserschaft eine allgemeingültige Moral mitzugeben. Gotthold Ephraim Lessing nahm die antiken Fabeln des griechischen Dichters Äsop als Vorbild und aktualisierte sie für seine Zeit, die Aufklärung.
Wörter: Pointe = überraschender Schlusspunkt einer Geschichte · Moral = Lehre, die aus einer Geschichte gezogen wird · aktualisieren = an die eigene Zeit anpassen
Das ist der Originaltext von Lessings Fabel „Der Esel und der Wolf" (1759). Lies ihn aufmerksam, dann beantworte die Fragen dazu.
Ein Esel begegnete einem hungrigen Wolfe. „Habe Mitleid mit mir!", sagte der zitternde Esel: „Ich bin ein armes, krankes Tier; sieh nur, was für einen Dorn ich mir in den Fuß getreten habe!" „Wahrhaftig, du dauerst mich", versetzte der Wolf, „und ich finde mich in meinem Gewissen verbunden, dich von diesen Schmerzen zu befreien." Kaum war das Wort gesagt, so war der Esel zerrissen.
Auch Lessings Fabel „Der hungrige Fuchs" ist als Gespräch zwischen zwei Füchsen aufgebaut. Markiere im Text alle Verben, die zeigen, wer gerade spricht (z. B. „sagte").